Pistenvorbereitungen, Pistenbullys und Pistenspaß

Bild:wilderkaiser

Wer denkt, dass über 275 Kilometer bestens präparierte Pisten von unseren Hexen in Söll gezaubert werden, liegt nicht ganz richtig. Hinter dem perfekten Wintervergnügen steckt jede Menge Planung, Technik und Teamarbeit. Die SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental beschäftigt sich das ganze Jahr über mit den Vorbereitungen für die Wintersaison – besonders intensiv jedoch kurz vor dem Start der über 80 Lifte. Wie genau ein Tag in der Woche vor dem Skiopening aussieht, haben wir uns in Söll gemeinsam mit dem Personalleiter der Bergbahnen Söll, Walter Gatt, genauer angesehen.

Was hat ein Magazin mit Gondeln zu tun?
Nicht etwa eine Zeitschrift oder das fünf Patronen umfassende Magazin beim Biathlon. In der Seilbahntechnik bezeichnet „Magazin“ den Gesamtbegriff für alle Gondeln, die zu einer Bergbahn gehören.
Bei der Hexenwasser Gondelbahn sind das zum Beispiel 72 Gondeln, die im Betrieb auf das Seil gezogen werden. Während der Ruhezeiten werden sie sicher in der Garage gelagert. In Söll erwartet die Gäste sogar schon beim Einsteigen ein besonderer Willkommensgruß – möglich macht das ein modernes Soundsystem in den Gondeln.
Damit dabei auch die Sicherheit für alle Pistenflitzer und Schneehasen garantiert ist, werden die Stützen regelmäßig kontrolliert. Dabei kommen spezielle Revisionsgondeln zum Einsatz, mit denen die einzelnen Rollenbatterien überprüft werden, erklärt Walter Gatt.

Das Kunstwerk Piste
Piste ist nicht gleich Piste. Jede Schneeflocke muss an ihren Platz, damit jeden Morgen aufs Neue ein malerisches Bild unter den Skiern entsteht. Die bekannten Rillen, die wohl jeder Skifahrer nur zu gut kennt, sorgen dabei unter anderem für besseren Grip, eine gleichmäßige Oberfläche, bessere Orientierung bei schlechter Sicht und eine längere Haltbarkeit der Piste. Doch das Zaubern perfekter Pisten kann mitunter ganz schön verhext sein – vor allem dann, wenn nicht alles nach Plan verläuft. In Söll jedoch sind die zehn Pistenbullys samt ihren Fahrern bestens aufeinander abgestimmt, um die Pisten in Rekordzeit wieder fahrtauglich zu machen. Herausfordernde Hangneigungen werden dabei mithilfe von Seilwinden gemeistert. So kann die Piste nicht nur – wie früher – von oben nach unten, sondern mittlerweile auch von unten nach oben präpariert werden, so Walter Gatt. Das gespannte Seil stellt jedoch eine große Gefahr für Skifahrer dar, die sich nach Betriebsschluss noch auf der Piste befinden, da es leicht zu übersehen ist.

Beim Erzählen schon schwierig, beim Fahren noch schwieriger.
Walter Gatts Worte bevor ich in die Pistenraupe einsteige und noch mehr über die PS-Monster erfahre:

Eine Pistenraupe soll immer auf Zug sein und nicht eingraben anfangen. Denn sobald man zu weit runtergräbt, zerstört man die Piste. Man soll die Piste nur aufmachen, mit der Fräse den Schnee zerkleinern und danach wieder glätten. Das wäre der richtige Ablauf.
Wie man zwischen 10 Zentimeter und 2 Meter unterscheidet…
Möglich macht das ein GPS-Gerät, das direkt auf dem Pistenbully montiert ist. Auf dem Bildschirm sieht der Fahrer exakt, wie viel Schnee sich unter der Raupe befindet. So kann über die gesamte Piste hinweg eine gleichmäßige Schneedecke gewährleistet werden. Unterschiedliche Farben zeigen dabei sofort an, wo noch Schnee fehlt oder wo bereits genug vorhanden ist. Wirklich spannend, wie technisch, detailreich und präzise der Job eines Pistenbullyfahrers ist – ein wahres Hextakel!

Während die Pistenraupenfahrer nach dem Skibetrieb im Einsatz sind, sorgen tagsüber ganz bestimmte Personen für den reibungslosen Ablauf am Berg. Ganz genau: die Liftangestellten, auch bekannt als die Liftinger. Wie ihr Alltag aussieht, zeigen wir im nächsten Blogbeitrag – also bleibt gespannt!