Morgens joggen New Yorker durch den Central Park, in Brooklyn öffnen die Galerien ihre Türen und am Atlantik in Queens tragen die ersten Surfer ihre Boards ins Wasser. In New York City liegen solche Momente oft nur eine U-Bahnfahrt voneinander entfernt.
Manhattan, Brooklyn, Queens, die Bronx und Staten Island: fünf Tage für fünf Boroughs!
Tag 1: Klassiker und neue Perspektiven in Manhattan
Der erste Tag beginnt klassisch mit einem Bagel und Kaffee nahe dem Central Park. Vor den kleinen Bäckereien bilden sich schon früh kurze Schlangen, Hundebesitzer kehren von ihrer Morgenrunde zurück und noch bevor der Tag richtig begonnen hat, ist man mitten im Rhythmus der Stadt.
Im Central Park lohnt sich ein Spaziergang zur Bethesda Terrace und der eleganten Bow Bridge. Und wer das Gefühl hat, schon einmal hier gewesen zu sein, steht wahrscheinlich gerade an einem Drehort für einen Film oder eine Serie, denn der Park gehört zu den meistgefilmten Schauplätzen der Welt.
Wer Midtown näher erkunden möchte, kann einen Abstecher in die prachtvolle Morgan Library & Museum einplanen. Hinter der vergleichsweise schlichten Fassade verbirgt sich eine der beeindruckendsten historischen Bibliotheken der USA mit deckenhohen Bücherregalen, geschnitzten Holzgalerien und reich verzierten Deckenfresken.
Später führt der Weg Richtung Hudson River zum Park Little Island. Die Anlage ruht auf 132 tulpenförmigen Betonpfeilern, die aus dem Wasser ragen. Auf der Plattform wachsen Bäume, Wildblumen und Gräser zwischen geschwungenen Wegen.
Von hier aus lässt sich auch die High Line erkunden. Der Park verläuft auf einer ehemaligen Güterzugtrasse hoch über den Straßen von Chelsea, während unten die gelben Taxis entlangrauschen.
Zur Mittagszeit lockt der geschäftige Chelsea Market. In der ehemaligen Fabrikhalle der Keksfirma Nabisco reicht das Angebot von Hummerbrötchen bis zu handgemachten Tacos.
Am Nachmittag führt der Weg in die Lower East Side, eines der geschichtsträchtigsten Viertel der Stadt. Besonders anschaulich wird die Vergangenheit mit 40 Thieves Tours. Die Guides erzählen von Einwanderern, Gangstern und Schmugglern – Geschichten aus einer Zeit, in der das Viertel als eines der rauesten der Stadt galt.
Wer tiefer in diese Geschichte eintauchen möchte, kann zusätzlich das Tenement Museum besuchen. Original erhaltene Wohnungen zeigen hautnah, wie Einwandererfamilien hier auf engstem Raum lebten und sich Schritt für Schritt ein neues Leben aufbauten.
Alternativ lohnt sich ein Spaziergang durch Greenwich Village. Zwischen Backsteinhäusern, kleinen Jazzclubs und Buchläden scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen.
Zum Abendessen wartet eine echte New Yorker Institution: Katz’s Delicatessen. Seit mehr als einem Jahrhundert werden hier riesige Pastrami-Sandwiches serviert. Filmfans erkennen den Ort sofort wieder: Hier wurde eine berühmte Szene aus When Harry Met Sally gedreht.
Wer den Tag mit einer spektakulären Aussicht beenden möchte, kann anschließend noch zur Aussichtsplattform SUMMIT One Vanderbilt fahren, deren Spiegelräume Manhattan in ein schimmerndes Kaleidoskop verwandeln.
Eine deutlich ruhigere Alternative bietet eine kurze Fährfahrt nach Governors Island, wo das bis spät abends geöffnete QC NY Spa mit warmen Pools und weitem Blick auf die nächtliche Skyline Entspannung verspricht.
Tag 2: Kreativität und Waterfront-Flair in Brooklyn
Der Tag in Brooklyn beginnt mit einem Frühstück in einem der kleinen Cafés in Williamsburg, wo man sich von der entspannt kreativen Atmosphäre auf den Tag einstimmen lassen kann.
Einen etwa 40-minütigen Spaziergang über die Johnson Avenue mit ihren konvertierten Industriegebäuden entfernt verwandeln großformatige Murals die Straßen des Bushwick Collective in eine mehrere Blocks umfassende Freiluftgalerie.
Zurück in Williamsburg lockt samstags der berühmte, saisonale Street-Food-Market Smorgasburg am Marsha P. Johnson State Park (sonntags im Prospect Park) nahe der Waterfront und mit Blick auf die Skyline von Manhattan.
Am Nachmittag wartet DUMBO (kurz für „Down Under the Manhattan Bridge Overpass“) mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen und Lagerhäusern. Heute haben sich hier Galerien, Designstudios und kleine Boutiquen angesiedelt. Ein beliebtes Fotomotiv ist der Blick von der Washington Street, wo sich die Manhattan Bridge perfekt von den Backsteinfassaden einrahmen lässt.
Wer etwas mehr Zeit hat, kann einen besonders atmosphärischen Ort entdecken: den Green-Wood Cemetery mit gewundenen Wegen, monumentalen Mausoleen und einigen berühmten Gräbern wie denen des Künstlers Jean-Michel Basquiat und des Komponisten Leonard Bernstein.
Zum Abendessen bietet sich das The River Café direkt unter der Brooklyn Bridge an, wo sich die Skyline in der dunklen Wasseroberfläche spiegelt.
Tag 3: Eine kulinarische Weltreise durch Queens
Queens gilt als einer der vielfältigsten Orte der Welt. Über 160 Sprachen werden hier gesprochen. Der Tag beginnt im Viertel Jackson Heights, einem der lebendigsten kulinarischen Zentren der Stadt. Schon am Morgen duftet es aus den Bäckereien nach Kardamom, frisch gebackenem Brot und indischem Gebäck.
Wer anschließend in die legendäre Subway Linie 7 steigt, erlebt Queens aus einer neuen Perspektive, denn der Zug fährt auf weiten Strecken über Hochtrassen.
Danach bietet sich ein Spaziergang im weitläufigen Flushing Meadows Corona Park an, der auf dem Gelände zweier Weltausstellungen entstanden ist. Im Zentrum des Parks steht die monumentale Unisphere, eine Weltkugel aus Stahl – bekannt aus dem Film Men in Black.
Von dort können Filmfans mit einem Snack auf die Hand weiterziehen zum Museum of the Moving Image, das Film- und Fernsehgeschichte lebendig werden lässt.
Und am Abend führt der Weg nach Rockaway Beach, wo man von einer der Strandbars aus bei Fisch-Tacos und Margaritas die Surfer in der Abenddämmerung beobachten kann.
Tag 4: Die Bronx lockt mit Natur, Geschichte und echter Nachbarschaft
Hier startet man im New York Botanical Garden grün in den Tag.In den historischen Gewächshäusern wachsen tropische Palmen und Orchideen, während draußen alte Eichen und Magnolien Schatten spenden.
Ein echtes verborgenes Juwel der Bronx ist Wave Hill, ein Gartenensemble hoch über dem Hudson River. Von den sattgrünen Terrassen aus öffnet sich ein weiter Blick über das Wasser bis zu den bewaldeten Felsen der Palisades.
Nicht weit entfernt liegt der Bronx Zoo, einer der größten Zoos der Welt. Breite Wege führen durch naturnahe Landschaften, in denen die Tiere viel Platz haben.
Zur Mittagszeit ruft der Arthur Avenue Retail Market, das Herzstück von Little Italy. Hier verkaufen Familien seit Generationen frische Pasta, Cannoli, Mozzarella und luftgetrockneten Prosciutto.
Am Nachmittag lohnt ein Spaziergang entlang des Grand Concourse, dessen elegante Art-Déco-Gebäude aus den 1920er- und 30er-Jahren an die Zeit erinnern, als die Bronx als besonders mondäne Wohnadresse galt.
Zum Abendessen geht es nach City Island, das mit seinen Holzhäusern, Bootsanlegern und Fischrestaurants wie dem traditionsreichen Johnny’s Reef fast wie ein kleines Küstendorf wirkt.
Tag 5: Entschleunigung mit Skyline-View auf Staten Island
Der letzte Tag beginnt mit einer Fahrt auf der berühmten Staten Island Ferry, von der man einen hervorragenden Blick auf die Statue of Liberty genießen kann. Ziel ist der Anleger im Viertel St. George auf Staten Island. Wem der Sinn nach Shopping steht, für den lohnt sich hier ein Besuch in den Empire Outlets, dem einzigen Outlet-Center von New York City.
Nur wenige Minuten entfernt liegt der Snug Harbor Cultural Center and Botanical Garden. Die klassizistischen Gebäude beherbergen Museen, Galerien und Gartenanlagen. Naturfreunde zieht es anschließend in das weitläufige Parksystem des Staten Island Greenbelt, dessen Wanderwege fast wie ein Naturreservat wirken.
Geschichte verströmt Fort Wadsworth, eine der ältesten Militäranlagen der USA, mit direktem Blick auf die gewaltige Verrazzano-Narrows Bridge. Danach lädt die South Beach Boardwalk zu einem Spaziergang ein.
Den kulinarischen Abschluss bildet schließlich Enoteca Maria. In der Küche stehen hier keine üblichen Restaurantköche, sondern Großmütter aus verschiedenen Ländern, die „Nonnas“, die ihre Familienrezepte kochen und sich mit den Gästen unterhalten.
Bei einem Glas Wein und hausgemachter Pasta endet die Reise durch die fünf Boroughs.














