Frankfurt, 5. Mai 2026 – Im Herzen des Südpazifiks setzen die Inseln von Tahiti ein starkes Zeichen für den globalen Meeresschutz: Mit Tainui Atea wurde das größte Meeresschutzgebiet der Welt offiziell ausgewiesen. Diese wegweisende Initiative unterstreicht die Vorreiterrolle der Inseln von Tahiti im nachhaltigen Tourismus und im Schutz mariner Ökosysteme.
Fast 5 Millionen Quadratkilometer unter Schutz
Bereits 2018 ins Leben gerufen, umfasst Tainui Atea nahezu die gesamte ausschließliche Wirtschaftszone Französisch-Polynesiens – eine Meeresfläche von fast fünf Millionen Quadratkilometern. Im Jahr 2025 erreichte das Gebiet im Rahmen der dritten Ozeankonferenz der Vereinten Nationen (UNOC 2025) einen historischen Meilenstein: Die offizielle Anerkennung als Meeresschutzgebiet (Marine Protected Area, MPA) macht Tainui Atea zum größten jemals geschaffenen Schutzgebiet dieser Art weltweit.
Mit diesem Status stärken die Inseln von Tahiti ihre langfristige Strategie zum Schutz der marinen Biodiversität, sensibler Ökosysteme und der natürlichen Ressourcen, die eine zentrale Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung bilden.
Konkrete Maßnahmen für den Meeresschutz
Die Ausweisung als Meeresschutzgebiet geht mit klar definierten und verbindlichen Schutzmaßnahmen einher. Dazu zählen:
- Das Verbot der Ausbeutung des Meeresbodens zum Schutz weitgehend unerforschter Tiefseeökosysteme
- Das Verbot von treibenden Fischfanggeräten (FADs)
- Verstärkte Schutzziele und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Meeresressourcen
Diese Maßnahmen leisten einen unmittelbaren Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt und zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts im Ozean.
Die Umsetzung basiert auf einem Managementplan für den Zeitraum 2023–2037. Die Steuerung erfolgt gemeinschaftlich durch die Regierung von Französisch-Polynesien, den französischen Staat, Fischereiverbände sowie Umwelt- und Kulturorganisationen. Ein interdisziplinärer Rat überprüft jährlich die Fortschritte und definiert die strategische Weiterentwicklung des Schutzgebiets.
Hintergrund: Das BBNJ-Abkommen
Das BBNJ-Abkommen (Biodiversity Beyond National Jurisdiction) ist ein unter dem Dach der Vereinten Nationen verabschiedeter völkerrechtlicher Vertrag. Ziel ist der Schutz der biologischen Vielfalt auf Hoher See, also in Meeresgebieten außerhalb nationaler Hoheitsgewässer.
Das Abkommen ermöglicht erstmals die Einrichtung von Meeresschutzgebieten in internationalen Gewässern und stellt damit einen bedeutenden Fortschritt für den globalen Schutz der Ozeane dar.
Aufbau eines Netzwerks lokaler Meeresschutzgebiete
Ergänzend zu Tainui Atea entwickelt Französisch-Polynesien schrittweise ein Netzwerk regionaler Meeresschutzgebiete, das auf die spezifischen ökologischen und kulturellen Gegebenheiten der einzelnen Archipele zugeschnitten ist. Aktuelle Projekte umfassen:
- Meeresschutzgebiete der Gambier-Inseln
- Meeresschutzgebiete der westlichen Gesellschaftsinseln
- Meeresschutzgebiete der Austral-Inseln „Rāhui Nui no Tuha’a Pae“
- Meeresschutzgebiete der Marquesas-Inseln „Te Tai Nui A Hau“
Diese lokalen Schutzgebiete verbinden moderne Naturschutzstrategien mit traditionellen Praktiken und stärken eine nachhaltige Fischerei sowie den Schutz von Lagunen und Korallenriffen.
Mit Tainui Atea setzt Französisch-Polynesien ein klares Signal für den internationalen Meeresschutz – und zeigt, wie ökologische Verantwortung, kulturelles Erbe und nachhaltige Entwicklung erfolgreich miteinander verbunden werden können.














