Reiseerlebnisbericht unserer Redakteurin Virginia:
Am Wochenende habe ich an einem erlebnisreichen Ausflug in die österreichisch-deutschen Alpen teilgenommen. Am Samstag erreichten wir Ellmau, eines der beliebtesten touristischen Zentren Tirols. Das Dorf ist nicht nur ein bekanntes Skigebiet in den österreichischen Alpen, sondern auch im Sommer überfüllt mit Besuchern. Eine Unterkunft zu buchen ist fast unmöglich – oder nur zu sehr hohen Preisen. Deshalb übernachteten wir schließlich im nahegelegenen Westendorf, nur 24 Kilometer von Ellmau entfernt. Auch dieser Ort ist ein beliebtes Reiseziel, wo mehrere Restaurants geöffnet waren und uns mit typischer österreichischer Küche und köstlichen Gerichten verwöhnten.
Der erste Tag stand eher im Zeichen der Erholung: ein kleiner Spaziergang und ein gemeinsames Abendessen. Am zweiten Tag jedoch warteten schon echte Entdeckungen auf uns. Die Gruppe teilte sich auf: Der Großteil der Männer machte sich auf den Weg nach Berchtesgaden in Deutschland, während die anderen an einer Schifffahrt auf dem Königsee teilnahmen.

Das Kehlsteinhaus – historischer Aussichtspunkt
Das Kehlsteinhaus, besser bekannt als „Eagle’s Nest“ (Sasfészek), ist eine historische Sehenswürdigkeit in der Region Berchtesgaden. Das auf 1834 Metern Höhe gelegene Gebäude wurde Adolf Hitler zu seinem 50. Geburtstag von Martin Bormann geschenkt und innerhalb eines Jahres erbaut – zusammen mit der Zufahrtsstraße, die eine der höchstgelegenen Straßen Deutschlands ist.
Das massive Steingebäude war für den Empfang offizieller Gäste gedacht, doch Hitler selbst besuchte es nur selten, da er die Straße als lang und gefährlich empfand. Nach dem Krieg ist es Jacob, dem örtlichen Gouverneur, zu verdanken, dass das Gebäude nicht zerstört wurde. So kann es heute fast im Originalzustand besichtigt werden.



Eine Besonderheit ist die Obersalzberg-Straße, ein wahres Meisterwerk der Ingenieurskunst: Der enorme Höhenunterschied wurde mit nur einer einzigen Kehre überwunden. Der Eintrittspreis beträgt 31 Euro und umfasst sowohl die Hin- und Rückfahrt mit dem Bus als auch den Eintritt ins Museum. Es besteht auch die Möglichkeit, nur ein Ticket für eine Richtung zu kaufen – zum Beispiel mit dem Bus hinaufzufahren und zu Fuß zurückzukehren. Wer den Aufstieg zu Fuß wählt, muss das Museumsticket separat vor Ort erwerben.
Schifffahrt auf dem Königsee






Der andere Teil unserer Gruppe unternahm eine Fahrt auf dem berühmten Königsee, der von hohen Bergen umgeben ist. Das Ticket kostet 29 Euro für Erwachsene, Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos. Die Boote verkehren alle 15 Minuten, daher lohnt es sich, frühzeitig da zu sein, da die Umgebung sehr beliebt und oft überfüllt ist.
An Bord gibt es eine Führung, die von einem Matrosen durchgeführt wird. Er erzählt über die Region, die Wasserfälle und die Besonderheiten des Sees. Doch kurz vor dem ersten Stopp wartete ein unvergessliches Erlebnis auf uns: Die Motoren wurden abgeschaltet, und der Kapitän trat nach vorne, holte eine Trompete hervor und spielte Liedzeilen, die durch das Echo der Berge zwei- bis dreimal zurückhallten. Ein Moment, der einfach beeindruckend und unvergesslich war.
Am ersten Anlegepunkt gibt es mehrere Möglichkeiten: ein großes Restaurant, ein kleineres Buffet sowie ein Besucherzentrum, das sowohl Kindern als auch Erwachsenen spannende Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt, die Berge und die Unterwasserwelt des Sees vermittelt.
Der See selbst ist atemberaubend: An manchen Stellen bis zu 190 Meter tief, eiskalt und in smaragdgrünem Glanz. Die Enten sind so zahm, dass man sie direkt aus der Hand füttern kann. Am Endpunkt der Schifffahrt gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten sowie ein Gasthaus, in dem hausgemachte Butter, frisches Brot, Kuchen und Milch angeboten werden. Hier konnten wir auch Kühe und Ziegen streicheln – ein echtes alpines Erlebnis. Da wir mit Kinderwagen unterwegs waren, konnten wir den dritten Wasserfall, der nur zu Fuß erreichbar ist, leider nicht besuchen. Wer die Möglichkeit hat, sollte dies aber unbedingt in seine Tour einplanen.
Heimreise

Am dritten Tag blieb nur noch Zeit für ein kürzeres Programm, da dies unser Rückreisetag war. Doch bevor wir Ellmau verließen, besuchten wir noch eine der Hauptattraktionen des Ortes: Hier wird nämlich die bekannte Serie „Der Bergdoktor“ gedreht. Wir fuhren hinauf zum Haus des Bergdoktors, das allerdings montags geschlossen ist, sodass wir es nur von außen besichtigen konnten. Dennoch konnten wir die aus der Serie bekannten Szenen und den atemberaubenden Ausblick genießen. Eine kleine Besonderheit gab es trotz der Schließung: Direkt am Drehort befindet sich ein Souvenir-Automat, sodass wir uns doch noch ein Andenken mitnehmen konnten.
Anschließend besuchten wir Wörth und legten auf der Heimfahrt noch einen Zwischenstopp am Mondsee ein, um einen köstlichen Kaffee zu genießen. Auch dieser See ist eine typische österreichische Sehenswürdigkeit, mit familienfreundlichen Angeboten, Spielplätzen und Schifffahrten.




Fazi
Das Wochenende war voller Erlebnisse: der alpine Charme von Ellmau, die historische Bedeutung des Kehlsteinhauses, die unvergessliche Schifffahrt auf dem Königsee und die malerischen Seen der Umgebung zeigten einmal mehr, dass Tirol und die bayerischen Alpen nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer und Herbst ein absolut lohnendes Reiseziel sind.













