Eine Reise entlang der Vulkanroute Zentralamerikas

Foto: Central America Tourism Agency

Die kegelförmigen Berge mit tiefen Kratern und brodelnder Lava faszinieren. Sie zählen schon lange zu den beeindruckendsten Naturattraktionen und sind beliebte Reiseziele für Abenteuerlustige. 75 Prozent der insgesamt 1500 Vulkane weltweit liegen auf dem sogenannten “Belt of Fire” (dt. Feuer-Gürtel) rund um den Pazifik – darunter befinden sich allein 78 Vulkane an den Westküsten Zentralamerikas. Ihr hohes Vulkanaufkommen haben sie ihrer Lage zu verdanken: Durch die vier aneinandergrenzenden Erdplatten kommt es noch heute zu gelegentlicher Aktivität der Vulkane.

Wer in die zentralamerikanischen Länder reist, kommt nicht um sie herum. Die vielen imposanten Feuerberge reihen sich aneinander wie Perlen an einer Kette und bieten den Reisenden ein unvergleichliches Naturerlebnis. Bei geführten Expeditionen hoch auf den Krater genießen Gäste nicht nur eine weite Aussicht über das Land oder einen tiefen Einblick in den brodelnden Kessel, sondern erfahren auch noch etwas über Kultur und Geschichte– beim Vulkan-Trekking kommt jeder Abenteurer auf seine Kosten.

Die Vulkanroute Zentralamerikas beginnt im Norden, genauer gesagt in Guatemala. Der Vulkan Acatenango, in der Nähe von Antigua, ist mit einer Höhe von fast 4000 Metern über dem Meeresspiegel der zweitgrößte Vulkan des Landes. Eine Wanderung auf seinen Krater bietet nicht nur einen der spektakulärsten Ausblicke auf das Land – bei einem klaren Tag reicht der Blick von oben auch über andere Vulkane, den Atitlán-See und die Pazifikküste.

Ein weiterer Krater kann in El Salvador erklommen werden. Der Vulkan Santa Ana – bei den Einheimischen bekannt unter den Namen “Llamatepec” – zählt mit einer Höhe von 2000 Metern über dem Meeresspiegel eher zu den kleineren Vulkanen und ist Teil des Cerro Verde Nationalparks. Reisende werden nach einer knapp anderthalbstündigen Wanderung bis hoch auf den Krater nicht nur mit einem beeindruckenden Panorama belohnt, sie blicken ebenso auf den nebenan liegenden Kratersee Coatepeque, der je nach Wetter und Jahreszeit entweder in einer tiefgrünen oder helltürkisen Farbe erstrahlt.

Wer nach besonderem Nervenkitzel sucht, der reist zu dem weiter südlich gelegenen Cerro Negro in Nicaragua. Mit nur 160 Jahren ist er zwar der jüngste und kleinste Vulkan, dennoch einer der Aktivsten in der Region. Eine problemlose Besteigung des 728 Meter hohen brodelnden Berges ist dennoch möglich, da sich aufgrund seiner Beschaffenheit die Eruptionszeiten sehr genau vorhersagen lassen. So ist er besonders beliebt bei Touristen, die schon immer einmal glühende Lava sehen oder auf einem Sandboard über schwarze Asche düsen wollten.

In Costa Rica angekommen, lädt der Vulkan Rincón de la Vieja (dt. Winkel der alten Frau) in der Provinz Guanacaste zu einer Wanderung durch seine mystischen Nebelwälder ein. Sein Name geht auf eine ethnische Legende der Guatuso Indianer zurück, wonach eine Häuptlingstochter, deren Vater ihren Geliebten in den Schlund des Vulkans geworfen haben soll, in die tiefen Wälder floh und dort bis zu ihrem Lebensende lebte. Noch heute glauben Einheimische, dass bei absoluter Stille der Geist der Prinzessin zu hören sei. Neben seiner fantasievollen Geschichte lockt der Vulkan sowie sein umliegender Nationalpark Touristen ebenso mit meterhohen Wasserfällen und Thermalquellen an.

Der letzte Stopp auf der Vulkanroute durch Zentralamerika führt nach Panamá. Genauer gesagt in den Norden des Landes zum Vulkan Barú, der aufgrund seiner Höhe auch als „Dach des Landes“ bezeichnet wird. Von seinen 3474 Metern aus können gleichzeitig die Karibik und die Südsee, der Atlantik sowie der Pazifik im Panorama beobachtet werden. Besonders beliebt bei Touristen ist der Aufstieg bei Nacht, um bei Tagesanbruch von oben die aufgehende Sonne hinter den Ozeanen genießen zu können.

Quelle: Central America Tourism Agency

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