Neues Leben hinter alten Mauern: Elvas

Foto: Vila Galé Hotels
„Eine außergewöhnliche militärische Landschaft mit optischen und funktionalen Beziehungen zwischen den einzelnen Bestandteilen“, schrieb die UNESCO in ihrer Einschätzung und nahm das gesamte Zentrum der Kleinstadt Elvas in der Region Alentejo 2012 in die Weltkulturliste auf. Tatsächlich gelten die mächtigen Festungsmauern als die größte erhaltene Bollwerk-Befestigungsanlage der Welt. Ursprünglich wurden sie von den Mauren auf den Überresten einer römischen Siedlung erbaut und in den folgenden Jahrhunderten von verschiedenen portugiesischen Königen immer wieder erweitert. Das sternförmig gezackte Bauwerk umschließt eine malerische Innenstadt mit vielen militärischen Bauten, aber auch traditionsreichen Kirchen und Klöstern.
Nun gibt es in Portugal bekanntlich sehr viele Baudenkmäler, die unter Denkmalschutz stehen. All diese alten Gemäuer zu pflegen und zu erhalten, bedeutet für einen eher kleinen Staat wie Portugal eine enorme Herausforderung. Teil der Lösung ist das 2016 ins Leben gerufene „Revive“-Programm, bei dem alte Kulturdenkmäler an private Investoren veräußert und – natürlich unter Wahrung des Denkmalschutzes – einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Ein Bilderbuchbeispiel für diese Neubelebung ist das Vila Galé Collection Elvas, das in dem zentral gelegenen ehemaligen Paulanerkloster São Paulo eingerichtet und im Juni 2019 als komfortables Vier-Sterne-Hotel eröffnet wurde. Rund fünf Millionen Euro wurden investiert und dabei die historische Bausubstanz mit viel Geschmack mit modernem Design vereint.
Der einstige Kreuzgang wurde in einen Palmengarten verwandelt, in dessen Stille man wunderbar relaxen kann. Die ehemalige Klosterkirche dient als würdiger Rahmen für festliche Veranstaltungen, und selbst der Außenpool fügt sich wie selbstverständlich in das historische Ensemble ein. Noch mehr Entspannung bietet das Satsanga-Spa mit Innenpool, Sauna, Dampfbad und vielen weiteren Annehmlichkeiten, hinzu kommt ein großes Angebot an Beauty- und Verwöhnprogrammen.
Am Abend genießen die Gäste im Restaurant „Inévitavel“ regionale Spezialitäten wie mit Eicheln gemästetes Schwarzes Schwein; den Absacker nimmt man dann in der Conde de Lippe-Bar – benannt nach dem deutschen Militärstrategen Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe.
Rund um das Hotel lassen sich die meisten Sehenswürdigkeiten im historischen Zentrum der Stadt fußläufig erreichen – etwa das vierstöckige und über 7500 Meter lange Amoreira-Aquädukt, das 2007 eröffnete Museum für zeitgenössische Kunst und das Militärmuseum. Hinzu kommen 20 Kirchen und Klöster und zahlreiche Paläste aus den unterschiedlichsten Epochen. Und allein ein Bummel durch die verwinkelten Gassen von Elvas’ Altstadt mit ihren prächtigen Art-déco-Häusern und den kleinen Plätzen mit gemütlichen Bars und Cafés ist ein wunderbares Erlebnis.
Und wer noch mehr Zeit hat, sollte das nur rund eine Autostunde entfernte Évora nicht verpassen: Seit 1986 zählt die gesamte Innenstadt mit dem malerischen Diana-Tempel aus der Römerzeit, der prächtigen Kathedrale Sé, der mit menschlichen Gebeinen dekorierten Capela dos Ossos und dem romantischen, zentral gelegenen Giraldo-Platz zum Weltkulturerbe. Nur zwei Gehminuten vom historischen Zentrum liegt der perfekte Ort für die Nacht: Das neu erbaute Vila Galé Évora ist ganz der Region Alentejo gewidmet. Im modernen Ambiente findet die traditionelle Reitkunst der Region ebenso Beachtung wie der Cante Alentejano. Dieser polyphone Gesang wurde übrigens 2014 in die UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen.
Quelle: Vila Galé Hotels

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