Tag des Meeres: Maritime Artenvielfalt in Chile

Foto: © Sernatur

Am 8. Juni wird der internationale Tag des Meeres gefeiert, der zum Schutz von maritimen Lebensräumen aufruft. Auch in Chile: Das Andenland mit über 4.000 Kilometern Küste zählt auf der Südhalbkugel zu den führenden Nationen im Bereich des maritimen Naturschutzes und verfügt über die größten Meeresschutzgebiete des Südpazifiks. Die Gebiete werden dabei in zwei verschiedene Typen aufgeteilt: Meeresreservate und Marineparks.

Meeresreservate werden mit dem Ziel angelegt, die maritimen Ressourcen des Gebiets zu schonen, und um Brutgebiete, Wiederansiedlungsorte und Fischgründe zu schützen. Gefischt werden darf hier nur für begrenzte Zeit, in festgelegten Bereichen und mit Genehmigung des zuständigen Ministeriums. Wie beispielsweise rund um die Inseln Chañaral, Choros und Damas, die 100 Kilometer vor La Serena im chilenischen Norden liegen. Ihre berühmtesten Bewohner sind Pinguine, die Land und Wasser bevölkern und zu deren Schutz die chilenische Regierung verschiedene Maßnahmen initiiert hat. So müssen Schiffe und Boote einen Mindestabstand zum Ufer wahren und eine Schallisolierung zur Lärmreduzierung vorweisen. Zudem muss auf Propellern und Schiffsschrauben ein Schutz angebracht werden, um Meerestiere nicht zu verletzen. Der Schiffsverkehr auf die Insel Chañaral ist außerdem begrenzt: Nicht mehr als zwölf Boote, die sich vorher einer genauen Inspektion unterziehen müssen, dürfen täglich dort anlegen. Menschen dürfen Chañaral und Choros nicht betreten. Die Pinguinkolonie auf Damas ist jedoch für Besucher offen, da hier geschultes Personal vor Ort ist, das die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt. Vor allen drei Inseln können von Booten aus zudem Tauchgänge unternommen werden, um die bunte Unterwasserwelt zu erkunden. Von dem auf dem Festland liegenden Ort Chañaral de Aceituno starten zudem Bootstouren zu Wal- und Delfinbeobachtungen.

Marineparks unterliegen noch strengeren Regeln zum Erhalt der Natur. Sie sind für alle nicht wissenschaftlichen Aktivitäten gesperrt und warten aus diesem Grund mit völlig unbeeinträchtigter Natur auf. So auch im sich auf 140.000 Quadratkilometer erstreckende Marinepark Kap Horn, der 2005 von der UNESCO zum Biosphärenreservat ernannt wurde. Er zählt zu den 24 ursprünglichsten Ökoregionen der Welt – die hier wachsenden subantarktischen Wälder sind bis heute vom Menschen unberührt. Weitere Marineparks in Chile sind unter anderem der Nazca-Desventuradas-Marinepark, der sich um die unbewohnten Inseln San Félix und San Ambrosio erstreckt, der nordöstlich von Rapa Nui gelegene Marinepark Motu Motiro Hiva und der Marinepark Juan-Fernandez-Archipel. Im Marinepark Juan Fernandez leben etwa 130 Arten, die als schützenswert kategorisiert sind, darunter der vom Aussterben bedrohte Südliche Blauflossen-Thunfisch, der Makohai und die Lederschildkröte sowie der Blauhai.

Auf Rapa Nui wird besonderen Wert auf den Einklang von Mensch und Natur gelegt. Industrielle Fischerei ist hier verboten – stattdessen darf ausschließlich nach Art der Einheimischen gefischt werden, wie diese es bereits seit Jahrhunderten praktizieren. Die dafür genutzten Boote dürfen nicht länger als 12 Meter sein, um die Artenvielfalt in den Meeres- und Küstengebieten Coral Nui, Motu Tautara und Ranga Oteo zu erhalten und zu schützen.

In den kommenden Jahren möchte Chile seine Schutzgebiete auf eine Gesamtfläche von 1,6 Millionen Quadratkilometer ausweiten, um so den Schutz seiner einzigartigen Unterwasserwelt zu gewährleisten.

Quelle: Chile Tourism

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