Herbst und Winter in Småland. Die Wälder werden stiller, die Tage kürzer, und zwischen den Bäumen verändert sich die Landschaft mit jeder Woche. In dieser Umgebung, nahe dem kleinen Ort Vetlanda, liegt das Trakt Forest Hotel. Ein Hotelkonzept, das die Natur zum zentralen Bestandteil des Aufenthalts macht und gerade außerhalb der klassischen Urlaubssaison interessante Perspektiven bietet.
Die Geschichte beginnt auf einem Familienhof. Mattias Sälleteg ist hier aufgewachsen. Gemeinsam mit seiner Frau Sandra entstand die Idee, die familiären Wurzeln, die Erfahrung mit der Landwirtschaft und dem Wald sowie den Gedanken von nachhaltigem Tourismus miteinander zu verbinden. 2017 begannen die konkreten Planungen und Arbeiten, 2022 wurde das Hotel eröffnet.
Im Mittelpunkt stehen fünf Waldsuiten, die der renommierte schwedische Architekt Gert Wingårdh entworfen hat. Er bezeichnet sie als „Floating Rooms“. Die auf Stelzen errichteten Gebäude befinden sich mitten im Wald und ermöglichen den Gästen einen Blick auf die Baumkronen und die umgebende Landschaft.
Die Architektur folgt einer klaren, skandinavischen Formensprache. Holz und Glas bestimmen das Erscheinungsbild. Dabei wurde auch auf die Herkunft der Materialien geachtet: Zum Einsatz kamen unter anderem Holz aus der unmittelbaren Umgebung und Naturmaterialien, auch bei der Inneneinrichtung. Für die Gebäude wurde Holz verwendet, das durch einen Waldbrand geschädigt worden war.
Jede der fünf Suiten bietet rund 31 Quadratmeter Wohnfläche. Die Idee dahinter: möglichst wenig Ablenkung, eine reduzierte Gestaltung und eine intensive Wahrnehmung der Umgebung. Wie sich der Aufenthalt anfühlt, hängt dabei auch von der Jahreszeit ab. Im Herbst prägen die Farben des Laubs und das wechselnde Licht den Blick aus den Fenstern. Im Winter werden Schnee, kahle Äste und die Stille des Waldes zur Kulisse.
Das Hotel ist inzwischen über die Waldsuiten hinausgewachsen. Zum Angebot gehören auch sieben individuell gestaltete Zimmer im Hofhotel sowie traditionelle Hofhäuser. Während die Suiten das unmittelbare Naturerlebnis in den Vordergrund stellen, greift das Hofhotel die Geschichte des Familienbetriebs auf und verbindet sie mit modernem und teilweise rustikalem Design.
Auch kulinarisch bleibt das Konzept eng mit der Region verbunden. Im Restaurant Traktköket werden saisonale Menüs aus sorgfältig ausgewählten, möglichst regionalen Zutaten zubereitet. Die Küche orientiert sich an den Produkten und Traditionen Smålands, interpretiert sie aber zeitgemäß. Bei den Getränken setzt das Restaurant unter anderem auf Bio-Weine und Erzeugnisse lokaler Produzenten.

Ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist das Silva Spa. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort für Wald ab. Statt eines klassischen Wellnessbereichs mit umfangreichem Unterhaltungsangebot stehen hier Ruhe und Privatsphäre im Vordergrund. Heiße Bäder unter freiem Himmel und die unmittelbare Natur schaffen einen Kontrast zur kühlen Luft der Herbst- und Wintermonate.

Gerade für den Tourismus außerhalb der Hauptsaison ist das Konzept interessant. Denn ein Aufenthalt im Wald muss nicht auf die Sommermonate beschränkt sein. Die veränderte Landschaft, das Zusammenspiel von Architektur und Natur sowie regionale Küche und Wellness bieten auch im Herbst und Winter unterschiedliche Erlebnisse.
Das Trakt Forest Hotel in Småland ist damit ein Beispiel dafür, wie sich ein traditionsreicher Familienhof weiterentwickeln lässt – und wie Natur, Architektur und regionale Identität zu einem zeitgemäßen Übernachtungskonzept zusammenfinden.
Foto: Screenshot Video Trakt Forest Hotel













