Neue Lichtershow über der Bucht: San Franciscos Bay Bridge leuchtet wieder

BayLights

Nach drei Jahren sind die markanten „Bay Lights“ auf der San Francisco-Oakland Bay Bridge wieder in Betrieb – Die neue Version verfügt über doppelt so viele LEDs wie die ursprüngliche Lichtinstallation, die zunächst als temporäres Kunstprojekt entstand

Drei Jahre mussten Einheimische und Besucher auf diesen Moment warten – jetzt erhellen sie bei Dunkelheit wieder die Bucht von San Francisco. Mit der vollständigen Inbetriebnahme der „Bay Lights“ auf der berühmten San Francisco-Oakland Bay Bridge kehrt ein beliebtes Kunstwerk in die kalifornische Metropole zurück.

Neue Beleuchtung dank Spenden ermöglicht

Die gemeinnützige Organisation Illuminate, die hinter dem Kunstprojekt steht, hat in den vergangenen Jahren rund 11 Millionen US-Dollar an Spenden gesammelt, um die Installationsarbeiten an der Brücke zu ermöglichen. Nach der umfangreichen Modernisierung leuchten nun mehr als 48.000 LEDs – und damit doppelt so viele LED-Dioden wie bei der ursprünglichen Installation, die 2013 erstmals als temporäres, auf zwei Jahre angelegtes Kunstprojekt durch den bekannten amerikanischen Lichtkünstler Leo Villareal realisiert wurde.

„Ich verstehe die Bay Lights als eine Möglichkeit, unsichtbare Zusammenhänge sichtbar zu machen“, reflektiert Villareal über die Rückkehr der Installation. „Die Brücke selbst ist bereits voller Rhythmus – geprägt von Verkehr, Wetter, Bewegung und dem Lauf der Zeit. Das Licht greift diese komplexen Dynamiken auf und übersetzt sie in abstrakte Formen. Es geht nicht um Dekoration. Es geht darum, den Puls ihres Ortes sichtbar zu machen“, bringt es der Künstler auf den Punkt.

Durch die erhöhte Anzahl an LEDs ist das Lichtkunstwerk künftig von noch mehr umliegenden Gemeinden rund um die San Francisco Bay aus sichtbar. Zusätzlich gibt es jetzt Innenleuchten, die die Zufahrt in die Stadt für Autofahrerinnen und Autofahrer erhellen.

„System, das mindestens zehn Jahre zuverlässig funktioniert“

Die ursprünglichen „Bay Lights“ wurden im Jahr 2023 abgeschaltet. Damals hatte Illuminate die hohen Wartungskosten als nicht nachhaltig bezeichnet. Bei der Neuauflage setzt die Organisation nun auf eine deutlich langlebigere technische Lösung. „Die Leuchten wurden von Musco Lighting, einem amerikanischen Unternehmen entwickelt, das die Herausforderung angenommen hat, nicht nur auf Haltbarkeit zu achten, sondern ein System zu bauen, das über mindestens zehn Jahre zuverlässig funktioniert“, erklärt Ben Davis, Gründer und Chief Visionary Officer von Illuminate.

„Das ist keine Nachrüstung – es ist ein von Grund auf neu entwickeltes System“, fügt Adam DeJong, Projektmanager von Musco Lighting, hinzu: „Alles wurde speziell für die Bedingungen an der Bay Bridge konzipiert: die Windlasten, die salzhaltige Luft, die Vibrationen und die Anforderungen an eine langfristige Zuverlässigkeit. Ziel ist ein System, das nicht nur beeindruckend wirkt, sondern auch dauerhaft Bestand hat.“

In der Bevölkerung stößt die Rückkehr der Lichter auf große Begeisterung. „Ich pendle zwischen der Stadt und Alameda, und mit den neuen Lichtern wird diese Strecke noch magischer und schöner. Ich glaube, wir alle können ein wenig Glanz im Alltag gut gebrauchen“, sagt die Einheimische Grace Truman.

Auch San Franciscos Bürgermeister, Daniel Lurie, begrüßte die Rückkehr der Installation als kulturellen Meilenstein für die Stadt: „Die Bay Lights sind ein ikonisches Symbol von San Francisco und der gesamten Bay Area. Die Lichtinstallation wird unserer Stadt und der ganzen Region Schönheit und Stolz verleihen.“

Zweistöckige Brücke führte lange ein Schattendasein

Die San Francisco-Oakland Bay Bridge, zumeist nur Bay Bridge genannt, ist eine zweigeschossige Brücke und überspannt die Bucht von San Francisco. Sie verbindet seit 1936 die beiden kalifornischen Städte San Francisco und Oakland miteinander. Im Jahre ihrer Fertigstellung war sie mit 13,3 Kilometer die längste Brücke der Welt. Insgesamt verlaufen 6,8 Kilometer über Wasser. Bis heute ist sie eine der weltgrößten Hängebrücken.

Die San Francisco-Oakland Bay Bridge besteht aus zwei Brückenzügen; dazwischen liegt Yerba Buena Island. Die Konstruktion aus Stahl erreicht eine Höhe von 160 Metern und eine Breite von fast 79 Metern.

Als Fußgänger und Radfahrer darf man die Bay Bridge nicht nutzen. Die Autos überqueren sie auf jeweils fünf Fahrspuren – und das auf zwei übereinander liegenden Fahrbahnen. Fährt man nach San Francisco hinein, ist man auf der oberen der beiden Ebenen unterwegs, während man in Richtung Oakland auf der unteren fährt. Maut wird – genau wie auf der Golden Gate Bridge – nur in Richtung San Francisco erhoben. Die Bay Bridge wird täglich von rund 260.000 Fahrzeugen befahren.

1989 zeigte die Erde, wer der Stärkere ist. Damals stürzte der östliche Teil der Bay Bridge ein. Ingenieure bauten daraufhin einen faktisch erdbebensicheren Nachfolger – dieser wurde 2013 fertig gestellt. Bis dahin führte die Bay Bridge ein Schattendasein im Vergleich mit der berühmten Golden Gate Bridge. Das sollte sich mit der Lichtinstallation durch den Künstler Leo Villareal schlagartig ändern.

Er installiere 25.000 individuell programmierbare LED-Dioden an den Stahlkabeln auf der Brücke. Die „Bay Lights“, so der offizielle Name des Kunstwerks, sind mit rund drei Kilometern Länge die weltweit größte Lichtskulptur. Unter Berücksichtigung der Veränderungen des Wetters, des Wassers, des Autoverkehrs auf der Brücke und des Schiffverkehrs darunter, gibt es immer wieder andere Beleuchtungsmuster.

Mehr Details zu den „Bay Lights“ , zu San Francisco allgemein unter https://www.sftravel.com/..